Wie das Altersheim Rotmonten seine Rekrutierung neu gedacht hat

Ausgangslage: Ein bekanntes Problem in vielen Heimen

Das Altersheim Rotmonten stand vor einer Situation, die viele kleinere und mittlere Pflegebetriebe kennen:

  • Offene Stellen in der Pflege
  • Zu wenige passende Bewerbungen
  • Geringe Sichtbarkeit als Arbeitgeber in der Region

Nicht, weil das Altersheim kein guter Arbeitgeber ist, sondern weil:

  • Zeit und Ressourcen fehlen, um sich laufend sichtbar zu positionieren
  • Social Media nicht konstant bespielt werden kann
  • kleinere Betriebe im Arbeitsmarkt weniger wahrgenommen werden als grössere Institutionen

Die Folge:
Man reagiert erst dann, wenn der Druck hoch ist.


Einstieg über Social Recruiting: Schnell Wirkung erzielen

Der Start der Zusammenarbeit erfolgte über eine Social-Recruiting-Kampagne mit Flowork.

Umsetzung:

  • Einfache, authentische Videos direkt aus dem Arbeitsalltag
  • Keine Hochglanzproduktion, sondern echte Einblicke
  • Ausspielung über Instagram, Facebook und TikTok

Ergebnis:

  • In kurzer Zeit konnten diverse Fachkräfte für die Pflege gewonnen werden
  • Das Altersheim wurde sichtbar bei Menschen, die es vorher nicht auf dem Radar hatten

➡️ Social Recruiting hat funktioniert. Aber es war nur der Einstieg.


Die zentrale Erkenntnis der Zusammenarbeit

Relativ schnell wurde klar:

Social Recruiting löst das Problem nur kurzfristig.

Warum?

  • Kampagnen bringen punktuell Bewerbungen
  • Nach Kampagnenende fällt die Sichtbarkeit wieder ab
  • Das strukturelle Problem bleibt bestehen

Oder anders gesagt:
👉 Man findet Leute, wird aber nicht automatisch als Arbeitgeber bekannt.

Gerade kleinere Heime haben häufig das gleiche Grundproblem:

  • Sie leisten gute Arbeit
  • sind lokal verankert
  • werden als Arbeitgeber jedoch zu wenig wahrgenommen

Arbeitgeberattraktivität beginnt vor der Bewerbung

Ein zentraler Punkt der Zusammenarbeit war die Aussensicht.

Die entscheidende Frage war nicht:

Wie bekommen wir mehr Bewerbungen?

Sondern:

Warum sollten sich Menschen überhaupt hier bewerben wollen?

Dabei zeigte sich klar:
Die Webseite ist oft der erste bewusste Kontaktpunkt für potenzielle Bewerbende.

Wenn dieser Eindruck nicht überzeugt, findet häufig gar keine Bewerbung statt.


Die Webseite als wichtiger, aber nicht alleiniger Hebel

Die bestehende Webseite des Altersheims war:

  • inhaltlich überladen
  • wenig strukturiert
  • kaum auf potenzielle Mitarbeitende ausgerichtet

Wirkung nach aussen:

  • vermittelt ein eher traditionelles Bild
  • spiegelt den heutigen Arbeitsalltag nur begrenzt wider

Gemeinsam wurde entschieden, die Webseite zu modernisieren und klarer auf das Thema Arbeiten im Altersheim Rotmonten auszurichten.

Wichtig dabei:
➡️ Die Webseite war nicht das Hauptproblem, aber ein zentraler Anlaufpunkt.

Alte Webseite
Neue Webseite

Von Rekrutierung zu Mitarbeiterbindung

Parallel zur Aussensicht stellte sich eine weitere entscheidende Frage:

Was bringt Sichtbarkeit, wenn Mitarbeitende nicht langfristig bleiben?

Gerade in der Pflege zeigt sich:

  • hohe Wechselbereitschaft
  • Attraktivität von Temporärarbeit
  • zunehmende Unruhe in Teams

Ziel der Zusammenarbeit war deshalb klar:

Nicht nur neue Mitarbeitende gewinnen, sondern ein Umfeld schaffen, in dem man bleiben möchte.


Mitarbeitendenbefragung als strategisches Instrument

Statt Annahmen zu treffen oder Symptome zu interpretieren, wurden die Mitarbeitenden gezielt einbezogen. Der Ansatz war bewusst zweistufig aufgebaut: zuerst Tiefe schaffen, danach breit validieren.

Vorgehen:

  • 13 qualitative Einzelinterviews mit Schlüsselpersonen aus verschiedenen Bereichen
  • Gespräche ausserhalb des Arbeitsalltags als Spaziergang-Interviews
  • Durchführung durch Flowork als externer Partner, um Offenheit und Anonymität zu gewährleisten
  • Inhalte der Interviews wurden nicht weitergegeben, sondern dienten ausschliesslich der Mustererkennung

Auf Basis dieser Interviews wurden Hypothesen zu zentralen Themen und Spannungsfeldern abgeleitet.

Diese Hypothesen wurden anschliessend mittels einer kurzen, anonymen Mitarbeiterbefragung überprüft:

  • Umsetzung über Google Forms
  • Zugang über QR-Codes in den Pausenräumen
  • Teilnahme unkompliziert für die gesamte Belegschaft

Ziel:

  • Verstehen, was gut läuft
  • Sichtbar machen, wo Spannungen entstehen
  • Themen priorisieren, statt alles gleichzeitig anzugehen

Konkrete Massnahmen statt Aktionismus

Aus den Erkenntnissen entstanden:

  • klare Prioritäten
  • kurzfristige Verbesserungen
  • mittelfristige Entwicklungsfelder

Entscheidend dabei:

  • Massnahmen basieren auf Rückmeldungen der Mitarbeitenden
  • nicht auf Bauchgefühl
  • nicht auf Einzelmeinungen

Die Ergebnisse und geplanten Schritte wurden transparent an die Belegschaft kommuniziert.


Fazit für andere Heimleitungen

Die Zusammenarbeit mit dem Altersheim Rotmonten zeigt:

  • Social Recruiting ist ein wirksamer Einstieg, wenn akut Personal fehlt
  • Langfristig entscheidet die Wahrnehmung als Arbeitgeber
  • Sichtbarkeit, Aussensicht und Mitarbeiterbindung gehören zusammen

Oder vereinfacht gesagt:

Wer nur rekrutiert, reagiert.
Wer am Arbeitgeberbild arbeitet, gestaltet.

Flowork liefert Reichweite und Effizienz.
Heyweb sorgt für Struktur, Einordnung und Nachhaltigkeit.

Genau diese Kombination macht den Unterschied.

Projektteam: (v. l.) Nico Dudli (Heyweb / Flowork), Jeannette Fink (Geschäftsführerin Altersheim Rotmonten), Annina Fitzian (Heyweb / Flowork) und Markus Meitz (Leiter Pflege und Betreuung)